Agiolax Madaus ist ein pflanzliches stimulierendes Abführmittel.
Anwendungsgebiete
Zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung (Obstipation).
Aktive Wirkstoffe
5g Granulat (= 1 Messlöfel) enthalten:
Indische Flohsamen 2,60 g
Indische Flohsamenschalen 0,11 g
Tinnevelly-Sennesfrüchte 0,34-0,66 g
entsprechend 15 mg Hydroxyanthracen-Derivaten berechnet als Sennosid B
Hilfsstoffe
Talkum, Arabisches Gummi, Farbstof E 172, Hartparain, Dicklüssiges Parain, Kümmelöl,Pfeferminzöl, Salbeiöl, Sucrose (Zucker).
1 Messlöfel enthält ca. 1,05 g Sucrose (Zucker) entsprechend 0,09 Broteinheiten (BE).
Anwendung & Dosierung
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw.genau nach der mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker getroffenen Absprache ein.
Fragen Sie bei Ihrer Ärztin, IhremArzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Die empfohlene Dosis beträgt:
Die maximale tägliche Aufnahme darf nicht mehr als 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate betragen; das entspricht 10 g (= 2 Messlöffel) Agiolax Madaus.
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre nehmen abends nach dem Essen 1 bis 2 MesslöffelAgiolax Madaus ein.<
Die individuell richtige Dosierung ist die geringste, die erforderlich ist, um einen weichgeformten Stuhl zu erhalten. Die Wirkung tritt nach 8-12 Stunden ein.
Art der Anwendung
Das Granulat wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (etwa 1/4 Liter) hinuntergeschluckt. Nachder Einnahme von anderen Arzneimitteln sollte ein Abstand von 1/2-1 Stunde eingehaltenwerden.
Dauer der Anwendung
Stimulierende Abführmittel dürfen ohne ärztlichen Rat nicht über einen längeren Zeitraum(mehr als 1-2 Wochen) eingenommen werden.
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Kinder unter 12 Jahre dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen, Jugendliche über 12 Jahreerhalten die Erwachsenendosis.
Wenn Sie eine größere Menge Agiolax Madaus eingenommen haben, als Sie sollten
Bei versehentlicher oder beabsichtigter Überdosierung können schmerzhafte Darmkrämpfeund schwere Durchfälle mit der Folge von Wasser- und Salzverlusten sowie eventuell starkeMagen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei Überdosierung benachrichtigen Sie bitte umgehend eine Ärztin, einen Arzt. Er wird entscheiden, welche Gegenmaßnahmen (z.B. Zuführung von Flüssigkeitund Salzen) gegebenenfalls erforderlich sind.
Über eine lange Zeit aufgenommene höhere Dosierungen von Anthranoid-haltigen Arzneimitteln wie Agiolax Madaus können zu Leberschäden führen.
Wenn Sie die Einnahme von Agiolax Madaus vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker/-in.
Schwangerschaft & Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arztoder Apotheker um Rat.
Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Agiolax Madaus während der ersten drei Monateder Schwangerschaft vermieden werden. Ansonsten sollte Agiolax Madaus nur dann zeitweiseangewendet werden, wenn durch eine Verhaltens- oder Ernährungsumstellung oder durch dieEinnahme von Quellstoffen die Verstopfung nicht zu beheben ist. Bitte fragen Sie hierzu Ihrenbehandelnden Arzt.
Agiolax Madaus soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Gegenanzeigen
Agiolax Madaus darf nicht eingenommen werden,
- Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Indische Flohsamen / -samenschalen, Tinnevelly-Sennesfrüchte oder einen der sonstigen Bestandteile von Agiolax Madaus sind;
- Bei krankhaften Verengungen im Magen-Darm-Trakt sowie der Speisröhre;
- Bei Darmverschluss und/oder Darmerschlaffung;
- Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Blinddarmentzündung;
- Bei Bauchschmerzen unbekannter Ursache;
- Schluckstörungen;
- Bei schwerem Flüssigkeitsmangel mit Wasser- und Salzverlusten;
- Bei schwer einstellbarem Diabetes mellitus;
- Von Kindern unter 12 Jahren.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker/-in, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Bei andauerndem Gebrauch oder Missbrauch ist durch Kaliummangel eine Verstärkung derWirkung bestimmter, den Herzmuskel stärkender Arzneimittel (Herzglykoside) sowie eine Beeinflussung der Wirkung von Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen und Arzneimitteln, die zueiner QT-Verlängerung (besondere Form von Herzrhythmusstörungen) führen können, möglich.
Die Kaliumverluste können durch gleichzeitige Anwendung von bestimmten Arzneimitteln, diedie Harnausscheidung steigern (Diuretika), Cortison und Cortison- ähnlichen Substanzen (Nebennierenrindensteroide) und Süßholzwurzel verstärkt werden.
Die Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln wie Mineralien, Vitaminen (Vitamin B12), Herzglykosiden, Cumarinabkömmlingen, Carbamazepin und Lithium kann verzögertwerden. Daher sollte zwischen der Einnahme von Agiolax Madaus und anderen Arzneimittelnimmer ein zeitlicher Abstand von ½ bis 1 Stunde eingehalten werden.
Die gleichzeitige Einnahme von Agiolax Madaus mit Schilddrüsenhormonen bedarf der ärztlichen Überwachung, da die Dosis der Schilddrüsenhormone eventuell angepasst werden muss. Wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie Agiolax Madaus nur unter ärztlicher Überwachung einnehmen, da eine Anpassung der antidiabetischen Behandlung erforderlich sein kann.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Apotheker/-in, bevor Sie Agiolax Madaus einnehmen.
Wenn Sie gleichzeitig bestimmte, den Herzmuskel stärkende Arzneimittel (Herzglykoside),Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika), Arzneimittel, die zu einer QT-Verlängerung (besondere Form von Herzrhythmusstörungen) führen können, Arzneimittel, diedie Harnausscheidung steigern (Diuretika), Cortison und Cortison-ähnliche Substanzen (Nebennierenrindensteroide) und/oder Süßholzwurzel einnehmen, dürfen Sie Agiolax Madaus erstnach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden (siehe auch -Bei Einnahme von Agiolax Madausmit anderen Arzneimitteln-).
Wie alle Abführmittel sollte Agiolax Madaus nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, wenn Sie an einer Kotstauung oder an Magen-Darm-Beschwerden unbekannter Ursache wie z. B.Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen leiden, denn diese Beschwerden können ein Hinweisauf einen drohenden oder bereits bestehenden Darmverschluss (Ileus) sein.
Falls Abführmittel jeden Tag benötigt werden, sollte die Ursache der Verstopfung ermittelt werden. Eine längerfristige Anwendung von Abführmitteln sollte vermieden werden.
Besondere Hinweise:
Wenn Abführmittel länger als über den vorgeschriebenen Behandlungszeitraum eingenommenwerden, kann dies zu einer Verschlechterung der Darmfunktion und zu einer Abhängigkeit vonAbführmitteln führen.
Das Präparat sollte nur dann eingesetzt werden, wenn die Verstopfung durch eine Ernährungsumstellung oder durch Quellstoffpräparate nicht zu beheben ist.
Bei inkontinenten Erwachsenen sollte bei Einnahme von Agiolax Madaus ein längerer Hautkontakt mit dem Kot durch Wechseln der Vorlage vermieden werden.
Patienten mit Nierenerkrankungen sollten besonders auf mögliche Störungen im Elektrolythaushalt achten.
Um das Risiko eines Darmverschlusses zu senken, sollten Medikamente, die die Darmbewegunghemmen (z.B. Opiate), nur unter ärztlicher Aufsicht zusammen mit Agiolax Madaus eingenommen werden.
Patientenhinweise
Bitte nehmen Sie Agiolax Madaus erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
1 Messlöfel enthält ca. 1,05 g Sucrose (Zucker) entsprechend 0,09 Broteinheiten (BE).
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nichtbei jedem auftreten müssen.
Bei den Häuigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Es können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Nesselsucht, Hautausschlag entwederörtlich begrenzt oder am ganzen Körper, laufende Nase, Rötung der Augen, Atembeschwerdenund in einigen Fällen ein anaphylaktischer Schock (plötzliche generalisierte allergische Reaktion, die zu einer lebensbedrohlichen Schockreaktion führen kann) auftreten.
Auch kann es zu Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfen sowie zu Durchfällen kommen,insbesondere bei Patienten mit einem Reiz-Darm-Syndrom. Diese Beschwerden treten aberim Allgemeinen als Folge einer individuellen Überdosierung auf, so dass in diesen Fällen dieDosierung vermindert werden muss.
Vor allem bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr können Bauchauftreibungen auftreten, und esbesteht die Gefahr eines Darmverschlusses, der Speiseröhrenverlegung und des Stuhlverhaltes. Die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Lang anhaltender Gebrauch kann zu Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes führen mit Folge von Eiweiß und Blut im Urin (Albuminurie, Hämaturie). Weiterhin kann eine Verfärbungder Darmschleimhaut (Pseudomelanosis coli) auftreten, die sich nach Absetzen des Präparatesin der Regel zurückbildet.
Abbauprodukte der Sennesfrüchte können zu einer harmlosen Rot-Braun-Verfärbung desHarns führen.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker/-in. Dies giltauch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag desangegebenen Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
In der Originalverpackung und nicht über 25°C aufbewahren (Dose mit Schraubverschluss).
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch
Dose nach Gebrauch stets wieder verschließen!
Agiolax Madaus ist nach Anbruch der Dose 6 Monate haltbar.
Pflichttext
Agiolax Madaus ist ein pflanzliches stimulierendesAbführmittel. Anwendungsgebiet: Zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung (Obstipation). Wirkstoffe: 5g Granulat (=1 Messlöffel) enthalten: Indische Flohsamen 2,60g Indische Flohsamenschalen 0,11g Tinnevelly-Sennesfrüchte 0,34-0,66g entsprechend 0,015g Hydroxyanthracenglycoside. Hinweis:Nicht für Jugendliche unter 12 Jahren. 1 Messlöffel enthält ca. 1,05g Saccharose (Zucker) entsprechend 0,09 Broteinheiten (BE) MEDA Pharma GmbH & Co. KG. Stand: März 2022







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