Der Wirkstoff bindet und neutralisiert Magensäure. Das in ihm enthaltene Aluminium bildet mit Magensäure schwer lösliche Salze, die über den Stuhlgang ausgeschieden werden. Derart wirkt der Wirkstoff gegen Sodbrennen, Aufstoßen und andere säurebedingte Magenbeschwerden. Zudem verringert sich die Gefahr, dass infolge einer Übersäuerung Geschwüre im Magen-Darm-Bereich auftreten.
Bei erhöhtem Phosphatspiegel im Blut kann der Wirkstoff eingesetzt werden, um Phosphat zu binden und dann über den Stuhl auszuscheiden.
Anwendungsgebiete
Säurebedingte Magenbeschwerden
Sodbrennen
Magengeschwür, unterstützende Behandlung
Zwölffingerdarmgeschwüre, unterstützende Behandlung
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn zusätzlich Beschwerden wie Teerstuhl, Blutbeimengungen im Stuhl oder Erbrechen von Blut auftreten.
Aktive Wirkstoffe
1 Tablette enthält 340 mg Carbaldrat wasserhaltig, entspr. 300 mg Carbaldrat wasserfrei.
Hilfsstoffe
Sucrose (Zucker), Natrium und Pfefferminz-Aroma
Anwendung & Dosierung
Erwachsene:
1-2 Tabletten vor dem Zubettgehen oder wenn die Symptome es erfordern.
Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt 8 Tabletten (entsprechend 2400 mg Carbaldrat) innerhalb von 24 Stunden. Jede Einzelgabe sollte dabei 2 Tabletten (entsprechend 600 mg Carbaldrat) nicht überschreiten.
Kinder und Jugendliche:
- Kinder unter 12 Jahren: Das Arzneimittel sollte bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
- Jugendliche ab 12 Jahren: 1-2 Tabletten vor dem Zubettgehen oder wenn die Symptome es erfordern.
Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt 8 Tabletten (entsprechend 2400 mg Carbaldrat) innerhalb von 24 Stunden. Jede Einzelgabe sollte dabei 2 Tabletten (entsprechend 600 mg Carbaldrat) nicht überschreiten.
Ältere Patienten:
Patienten über 50 Jahre, bei denen Sodbrennen zum ersten Mal auftritt, und Patienten mit ungeklärtem Gewichtsverlust sollten vor der Einnahme einen Arzt aufsuchen .
Art und Dauer der Anwendung
- Die Tabletten sollten nicht geschluckt, sondern gelutscht werden. Die Tabletten sollten nicht in Wasser aufgelöst werden.
- Bleiben die Beschwerden unter der Therapie länger als 2 Wochen bestehen, sollten diese klinisch abgeklärt werden, um eine mögliche Malignität auszuschliessen.
- Länger anhaltende und wiederkehrende Magenbeschwerden können Zeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, wie z.B. ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Eine Behandlung mit dem Arzneimittel sollte daher ohne ärztliche Untersuchung nicht länger als 14 Tage dauern.
- Bei Auftreten von Schluckstörungen (Dysphagie oder Odynophagie), Teerstuhl, Blutbeimengungen im Stuhl, Erbrechen, Würgereiz oder Schmerzen in der Brust sollte die Einnahme sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
- Bei langdauernder Einnahme hoher Dosen und phosphatarmer Diät kann es zu Phosphatverarmung mit dem Risiko einer Knochenerweichung (Osteomalazie) kommen.
Allgemeine Hinweise zur Anwendung
Die Einnahme sollte vorzugsweise 1 bis 2 Stunden nach den Mahlzeiten und zur Nacht erfolgen.
Schwangerschaft & Stillzeit
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Carbaldrat bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien mit Aluminiumsalzen haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt.
Dieses Arzneimittel sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn der mögliche Nutzen für die Mutter überwiegt die möglichen Risiken für den Fetus.
Stillzeit
Aluminium geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Behandlung mit dem Arzneimittel unterbrochen werden soll oder ganz auf eine Behandlung mit dem Arzneimittel verzichtet werden soll. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
Gegenanzeigen
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min)
- Hypophosphatämie
- Obstipation und bekannten Dickdarmstenosen.
Bei Kindern ist die gastrointestinale Aufnahme von Aluminium höher als bei Erwachsenen. Das Arzneimittel soll nicht zur Behandlung von Kindern unter 12 Jahren angewendet werden, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von aluminiumhaltigen Magenmitteln mit anderenMedikamenten kann deren Aufnahme verändern. Klinisch bedeutsame Aufnahme verminderungen sind für Tetrazykline und Chinolone (z. B. Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin und Pefloxacin) und Cephalosporine beschrieben worden. Sie können bis zu90 % betragen und sind Folge der Bildung nichtresorbierbarer Verbindungen (Chelate)dieser Arzneimittel. Daher ist während einer Therapie mit diesen Antibiotika von einerEinnahme der Antacida abzuraten und im Bedarfsfall auf andere Magensäurehemmende Arzneimittel auszuweichen.
Die Bioverfügbarkeit antiretroviraler Medikamente (z.B. Integraseinhibitoren wie Raltegravir, Dolutegravir, Elvitegravir) wird durch Metallkationen, die in Antazida undNahrungsergänzungsmittel enthalten sind, signifikant reduziert. Daher wird dieKombination von Kompensan mit Raltegravir, Dolutegravir oder Elvitegravir nichtempfohlen.
Geringere Aufnahmeeinschränkungen finden sich für Chloroquin, Allopurinol, nicht steroidale Antirheumatika (z. B. Diclofenac, Acetylsalicylsäure, Penicillamin, Naproxen),Digoxin, Isoniazid, Captopril, Atenolol oder Propranolol, Dicumarol, Levothyroxin, Ketoconazol, Gabapentin, H2-Blocker, Diphosphonate, Eisenverbindungen undChlorpromazin.
Im Hinblick auf eine Aufnahmebeeinträchtigung sollte generell ein Abstand von 2Stunden zwischen der Einnahme von säurebindenden Magenmitteln und anderenMedikamenten eingehalten werden.
Aluminiumhaltige säurebindende Magenmittel erhöhen bei gleichzeitiger Einnahme mitsäurehaltigen Getränken (Obstsäfte, Wein u. a.) die Aluminiumaufnahme aus dem Darm.Auch Brausetabletten enthalten Fruchtsäuren, die die Aluminiumaufnahme steigernkönnen. Patienten sollten daher die gleichzeitige Einnahme vermeiden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Länger anhaltende und wiederkehrende Magenbeschwerden können Zeichen einerernsthaften Erkrankung sein, wie z. B. ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. EineBehandlung mit Kompensan sollte daher ohne ärztliche Untersuchung nicht länger als14 Tage dauern.
Bei Auftreten von Schluckstörungen (Dysphagie oder Odynophagie), Teerstuhl, Blutbeimengungen im Stuhl, Erbrechen, Würgereiz oder Schmerzen in der Brust solltedie Einnahme von Kompensan sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
Bei langfristigem Gebrauch von Kompensan sind regelmäßige Kontrollen derAluminiumspiegel erforderlich. Dabei sollten 40 µg/l nicht überschritten werden.
Bei Patienten mit chronischen Nierenfunktionsstörungen sollten auch bei kurzfristigerEinnahme von Kompensan die Aluminiumblutspiegel kontrolliert werden. DiesePatienten sollten auch in regelmäßigen Abständen (jedes halbe Jahr) ärztlich untersuchtwerden, um möglichst frühzeitig eine Anreicherung von Aluminium im Nervensystemund den Knochen zu erkennen.
Bei lang dauernder Einnahme hoher Dosen und phosphatarmer Diät kann esinsbesondere bei Dialyse-Patienten zu Phosphatverarmung mit dem Risiko einerKnochenerweichung (Osteomalazie) kommen.
Bei Patienten mit Ulcus duodeni oder Ulcus ventriculi sollte eine Untersuchung auf H.pylori und – im positiven Fall – eine anerkannte Eradikationstherapie erwogen werden.
Patienten über 50 Jahre, bei denen Sodbrennen zum ersten Mal auftritt, und Patientenmit ungeklärtem Gewichtsverlust sollten vor der Einnahme von Kompensan einen Arzt aufsuchen.
Kinder
Bei Kindern ist die Aufnahme von Aluminium aus dem Magen-Darm-Trakt höher als beiErwachsenen. Kompensan soll nicht zur Behandlung von Kindern unter 12 Jahrenangewendet werden, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungenvorliegen.
Hinweis für Diabetiker
Eine Tablette enthält ca. 0,64 g Sucrose (Zucker). Dies ist bei Patienten mit Diabetesmellitus zu berücksichtigen.
Kompensan kann schädlich für die Zähne sein (Karies).
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Kompensan nichteinnehmen.
Kompensan enthält Natrium
Kompensan enthält 51 mg Natrium pro Tablette, entsprechend 3 % der von der WHO füreinen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g. Die maximale Tagesdosis dieses Arzneimittels entspricht 20 % der vonder WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme. Kompensan ist reich an Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät
Patientenhinweise
Weiße bis fast weiße, runde Tabletten beidseitig mit Facette in Blisterstreifen.
Mögliche Nebenwirkungen
Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigkeit
- Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Pruritus, Urtikaria, Gesichtsödem, Engegefühl im Hals und Dyspnoe)
- Rachenreizung
- Verstopfung, Diarrhoe, Glossodynie, orale Hypästhesie, Übelkeit, orale Beschwerden, geschwollene Zunge
- Brennen der Mundschleimhaut
- Bei Niereninsuffizienz und langfristiger Einnahme hoher Dosen kann es zur Aluminiumeinlagerung, vor allem in das Nerven- und Knochengewebe, und zur Phosphatverarmung kommen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Kompensan soll nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums nichtmehr verwendet werden.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungshinweise erforderlich.
Pflichttext
Kompensan® Wirkstoff: Carbaldrat. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Symptomen bei Sodbrennen, säurebedingtenMagenbeschwerden sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen. Warnhinweis: Enthält: Sucrose (Zucker) und Pfefferminz-Aroma









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